Praxisbeispiel: Liechtensteinische Kraftwerke

Ein roter Teppich für die Gesundheit

Die liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) sind ein moderner fortschrittlicher Arbeitgeber, der Wirtschaft und Privatkunden im Fürstentum mit elektrischer Energie und mit Telekommunikationsdienstleistungen versorgt. Zum Angebot gehören Produktion und Verteilung bis zum Hausanschluss sowie Elektroinstallationen und Elektro-Fachhandel. Die Unternehmensstrategie orientiert sich an den volkswirtschaftlichen, energie- und umweltpolitischen Zielen des Landes. Erste Priorität in der Grundversorgung hat die Bereitstellung einer sicheren und preislich attraktiven Netzinfrastruktur für elektrische Energie und Kommunikationsdienstleistungen.

Portrait

Das Unternehmen hat für seine Mitarbeitenden den roten Teppich ausgerollt. Er führt allerdings am Lift vorbei direkt zur Treppe. Die Botschaft ist klar und auf den Treppenstufen aufgeschrieben: «Bei uns kriegst du das Fitnessabo kostenlos – bewege dich und erhöhe so deine Lebenserwartung.» Oder: «Stärke dein Herz – benutze die Treppe und tu was für dein Herz.» Inzwischen ist der rote Teppich wieder eingerollt. Die Aufforderungen zu gesundem Verhalten sind geblieben. Die Aktion soll im Laufe des Jahres nochmals durchgeführt werden, sagt Gerhard Meier. Er ist für die Gesundheitsförderung im Unternehmen zuständig und leitet den Gesundheitszirkel «zwäg», dem Mitarbeitende aus allen Abteilungen angehören.

Betrieblicher Gesundheitszirkel mit Budget

Der LKW-Unternehmensführung ist das menschliche Wohlbefinden der Mitarbeitenden wichtig. Der Grundsatz ist im Leitbild verankert: «Wir setzen uns für die soziale Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeiter ein.» Entsprechend betreiben die LKW eine breit abgestützte betriebliche Gesundheitsförderung. Die Geschäftsleitung bewilligt jeweils ein Jahresbudget aufgrund des Jahresprogramms Gesundheitsförderung, das die sechs Mitglieder des Gesundheitszirkels ausarbeiten. Sie sind dafür verantwortlich, dass das Gesundheitsförderungsprogramm umgesetzt und die Mitarbeitenden an den Aktionen motiviert teilnehmen.

Konkrete Massnahmen

Zu den Zielen 2012 gehörten unter anderem das Thema Sehen und Hören, der «Logo-Rollout» für das eigene Logo «zwäg», die Fahrt mit dem Velo zur Arbeit, das Treppenlaufen und eine Trinkwasser-Aktion.

2013 werden Akzente im Kampf gegen das Rauchen und Informationen über Burnout und vorbeugende Massnahmen bilden. Weitergeführt werden sollen die Aktion Treppensteigen und das Velofahren zur Arbeit. Angebote der Psychosozialen Beratung sollen einen weiteren Schwerpunkt bilden.

Mit diesen Massnahmen will der Gesundheits- zirkel die Mitarbeitenden für die Wichtigkeit der eigenen Gesundheit sensibilisieren und sie überzeugen, dass sie selber ihren individuellen Beitrag an die Gesundheitsförderung leisten können und sollen.

Strukturiertes Vorgehen

Die betriebliche Gesundheitsförderung bei den Liechtensteinischen Kraftwerken basiert auf sieben Säulen, eingebettet in eine umfassende Struktur: Absenzenmanagement und Generationenmanagement, Vorsorge, psychische Gesundheit, physische Gesundheit, Seminare und Kurse sowie Kommunikation. Zur Vorsorge gehören und sind beispielsweise bereits realisiert: eine Ernährungsberatung, ein Gesundheitscheck sowie ein «Obstkorb». Der psychischen Gesundheit wird durch entsprechendes Führungsverhalten und Feedback Sorge getragen, der physischen Gesundheit zuträglich sind Bewegungs- und Ergonomie-Aktionen, Untersuchungen der Arbeitsplätze sowie Optimierungen bei Klima und Ergonomie. Umfangreich ist auch der Bereich Seminare und Kurse. Das Angebot reicht von der Vorbereitung der Pensionierung samt Coaching, bis zu Erste-Hilfe-Kurse und Instruktionen für richtiges und gesundheitsschonendes Heben und Tragen sowie Training für das Fahren in unwegsamem Gelände und auf Baustellen. In der Planung stehen auch Work-Life-Balance-Kurse und Laufseminare.

Keine Alibiübung

«Die Gesundheitsförderung ist eine wichtige Aufgabe des Unternehmens», sagt Gerhard Meier. «Das weiss die Geschäftsleitung und bietet deshalb den Mitarbeitenden verschiedene Möglichkeiten an, etwas für die Gesundheit zu tun. Es gibt auch eine Anlaufstelle für Fragen und Anregungen. Wir sind auch in der Umsetzung auf einem guten Weg. Gesundheitsförderung ist bei uns keine Alibiübung.»

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist bei der LKW auf der Führungsebene angesiedelt und in der Führungsschulung etabliert. Alle Führungskräfte durchlaufen ein betriebsspezifisches Modul mit dem Ziel, die BGM-Philosophie in der täglichen Führungsarbeit umzusetzen. Das ist ein wichtiger Beitrag, um die Absenzen im Unternehmen zu reduzieren. Die LKW machen regelmässig Umfragen zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Die Resultate fliessen in die Programme des Gesundheitszirkels «zwäg» ein, sagt Gerhard Meier, der vor einem Jahr die Verantwortung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement des Unternehmens übernommen hat.

Kernaussage zu BGM:

«Ohne gesunde Leute geht es nicht. Die Arbeitsgruppe ‹zwäg› versteht sich als Motivator und sorgt für eine breite gesundheitsfördernde Bewusstseinsbildung.»