Praxisbeispiel: Raiffeisenbank Appenzell

«Gemeinsam gut unterwegs»

Die Raiffeisenbank Appenzell ist eine von rund 300 Raiffeisenbanken, der drittgrössten Bankengruppe der Schweiz. Als lokal verankerte, eigenständige und genossenschaftlich organisierte Bank umfasst ihr Geschäftskreis die Innerrhoder Bezirke Appenzell, Gonten, Rüte, Schlatt-Haslen, Schwende sowie die Ausserrhoder Gemeinden Bühler, Gais und Teufen. Am Hauptsitz in Appenzell und in den Geschäftsstellen Teufen, Gonten, Brülisau und Gais arbeiten insgesamt 30 Mitarbeitende.

Portrait

Raiffeisenbank AppenzellGegründet wurde die Raiffeisenbank Appenzell im kleinen Weiler Kau, wo ab 1953 während 28 Jahren eine so genannte «Stubenbank» geführt wurde. Heute liegt der Hauptsitz im Zentrum von Appenzell direkt am Landsgemeindeplatz in einem ortstypischen Gebäude, dessen Ursprünge bis in die Zeit nach dem Dorfbrand von 1560 zurückreichen. Das stetige Wachstum der Bank forderte zunehmend Platz, daher wurde das bestehende Gebäude 2011 umgebaut; die Charakteristik des altehrwürdigen Hauses sollte dabei erhalten bleiben. «Wir wollten eine offene, helle und freundliche Bank – für unsere Kunden und für unsere Mitarbeitenden», sagt Johannes Holdener, Vorsitzender der Bankleitung. Wie gut der Mix aus Alt und neu gelungen ist, fällt beim Betreten des Schalterbereiches sofort ins Auge.

Gesundheit als Führungsaufgabe

Die Leitung der Raiffeisenbank Appenzell sieht die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden klar als Führungsaufgabe. «Einerseits haben wir eine Vorbildfunktion», betont Johannes Holdener. «Andererseits sind wir dafür verantwortlich, Strukturen zu schaffen, die eine gute Zusammenarbeit ermöglichen und aktiv fördern.» Ein einfaches Beispiel dafür ist die klare Zuteilung von Verantwortlichkeiten, um die Mitarbeitenden zu entlasten. So wurde eine kleine Broschüre mit allen Prozessen erstellt, welche die Zuständigkeiten klar und für alle verbindlich regelt – auch die Aufgaben der Führung. Allein diese einfache Massnahme habe viel Sicherheit und Ruhe in den Arbeitsalltag gebracht.

Respekt und Vertrauen schaffen

Auch die Einhaltung von Dienstwegen und die Wahrnehmung der Führungsaufgaben sind für Johannes Holdener wichtige Themen: «Bei Schwierigkeiten sind die Bereichsleitenden die ersten Ansprechpersonen für die Mitarbeitenden. Indem sie auf Probleme unmittelbar reagieren, offen kommunizieren und Verbesserungs-Massnahmen schnell umsetzen, schaffen sie Vertrauen und die Voraussetzung für einen respektvollen Umgang miteinander.» Dieses Bewusstsein wird bei den Führungskräften aktiv gefördert. Und es scheint sich zu lohnen: Die Ergebnisse der internen Mitarbeiter-Umfrage zeigen, dass sich die Zusammenarbeit, das Betriebsklima und die Kommunikation laufend verbessert haben. «Hier haben wir als kleine Bank auch einen Vorteil – wir sind nahe an den Mitarbeitenden dran, bekommen vieles mit und können so auch viel bewirken.»

Neues BGM-Konzept

Raiffeisenbank Appenzell: Neues BGM Konzept2016 hat die Kadergruppe der Raiffeisenbank Appenzell ein neues 3-Jahres-Konzept für die Gesundheitsförderung erstellt und die Zielsetzungen auch in der Grundstrategie verankert. Das Konzept baut auf die Schwerpunkte «Bewegung – miteinander aktiv», «Ernährung – miteinander gesund», «Prävention – miteinander langfristig», und «Bewusstsein – miteinander füreinander». Das gemeinsame Engagement ist dabei die Grundlage: Alle Mitarbeitenden können ihre Vorschläge einbringen, Aktivitäten selbständig planen und durchführen. Dabei werden sie von der Bankleitung und dem Kaderteam tatkräftig unterstützt, die ihrerseits Vorschläge für Massnahmen entwickeln und dazu die Rückmeldungen des Teams einholen.

Gemeinsam, individuell, freiwillig

Bei der Beteiligung an der Gesundheitsförderung setzt das Kaderteam ganz auf Freiwilligkeit: «Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter entscheidet individuell, wie stark und bei welchen Themen sie oder er sich für das Projekt BGM einbringen möchte», erklärt Johannes Holdener. «Wir möchten die Vielfalt fördern und uns an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren. Die Ziele sind, für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren, also auch für Stress- und Belastungsfaktoren, aktiv eine gute Life-Domain-Balance für alle zu schaffen und die Gesundheit nachhaltig zu stärken. Wie wir diese Ziele erreichen können, möchten wir gemeinsam im Team gestalten.»

Gesundes Verhalten, gesunde Verhältnisse

Raiffeisenbank Appenzell: Gesundes Verhalten, gesunde VerhältnisseUnter dem Dach des neuen BGM-Konzepts werden verschiedene Massnahmen für gesundes Verhalten und gesunde Verhältnisse zusammengefasst. Um gesundheitsfördernde Strukturen zu schaffen und Belastungen zu reduzieren, gehe es vor allem um Organisatorisches: Dazu zählen regelmässig stattfindende Teamsitzungen, frühzeitig organisierte Vertretungen oder die Mitarbeitergespräche, die als Semestergespräche zwei Mal jährlich unabhängig vom Lohngespräch stattfinden. Beim gesunden Verhalten hingegen ist auch die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden gefragt: «Wir stellen Verschiedenes zur Verfügung – ob sie diese Angebote nutzen möchten, ist den Mitarbeitenden überlassen», sagt Johannes Holdener. Beispiele dafür sind kostenlose gesunde Getränke, Informationen und Vorträge zu Gesundheitsthemen oder auch die Kostenübernahme bei der Teilnahme an Sportevents wie einem Firmenlauf oder beim Grümpelturnier.

Das ‚WIR-Gefühl‘ stärken

Viel Wert wird auf gemeinsame Aktivitäten gelegt, wie organisierte Wanderungen über Mittag oder am Abend, gemeinsames Kochen oder auch der Einsatz für einen guten Zweck wie beispielsweise Blutspenden. «Mit solchen Anlässen möchten wir einen Ausgleich zum Arbeitsalltag schaffen, das ‚WIR-Gefühl‘ stärken und den Mitarbeitenden unsere Wertschätzung zeigen», sagt Johannes Holdener. «Mir ist es wichtig, dass wir immer wieder gemeinsam etwas erleben und gemeinsam lachen können – über alle Hierarchiestufen hinweg. Wir möchten eine ‚coole Bank‘ sein, die als ‚Raiffeisen-Familie Appenzell‘ gemeinsam gut unterwegs ist.»

Kernaussage zu BGM:

«Im Zentrum stehen für uns der Präventionsgedanke und die aktive, nachhaltige Förderung der Gesundheit. Dafür setzten wir uns gemeinsam mit dem gesamten Team und mit viel Freude ein.»