Praxisbeispiel: ThyssenKrupp Presta AG

Gesundheitsförderung senkt Absenzenquote

Die ThyssenKrupp Presta AG im liechtensteinischen Eschen ist mit über 2000 Mitarbeitenden der grösste Arbeitgeber im Ländle. Das Unternehmen gehört zu den weltweit erfolgreichsten Herstellern von Lenksystemen für die Automobilindustrie und ist Technologieführer auf dem Gebiet der Massivumformung. ThyssenKrupp Presta AG trägt mit ihren innovativen Produkten massgeblich dazu bei, das Auto langlebiger, sicherer, sparsamer und komfortabler zu gestalten. Zu den Kunden zählen nahezu alle globalen Automobilhersteller. Zu den Stärken von ThyssenKrupp Presta AG gehören moderne Produktionsanlagen, Kompetenz und Know-how bei der Materialauswahl, Innovationen in Sicherheit und Leichtbau, weltweite Produktionssystemzusammenführung sowie eine kundenorientierte Logistik.

Portrait

Gesundheitsförderung ist Führungsaufgabe

Im Unternehmen ThyssenKrupp Presta AG stehen Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz auf der gleichen Ebene der Unternehmenspolitik. Diese Anforderungen sind als «Führungsaufgabe deklariert, bei der die Mitarbeiter aktiv einbezogen werden und ihre Pflichten eigenverantwortlich wahrnehmen».

Eine eigene Abteilung ist zuständig für den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit. Sandra Konzett ist hauptsächlich für den Gesundheitsschutz zuständig. Zudem leitet sie den unternehmensinternen Sanitätsdienst, in den gegen 100 Mitarbeitende involviert sind. Diese werden regelmässig aus- und weitergebildet.

Weil gesundheitsfördernde Massnahmen direkte Auswirkungen auf die Arbeitsleistung haben, werden laufend Verbesserungen eingeführt, sagt Sandra Konzett: « Gesundheitsförderung kann einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Mitarbeiter motiviert und zu deren Arbeitszufriedenheit beiträgt. Das verbessert nicht nur die individuelle Gesundheit, sondern erhöht auch die Arbeitsfähigkeit. »

Gesundheitszirkel stellt Weichen

Bei ThyssenKrupp Presta AG gibt es einen Gesundheitszirkel, dem sechs Personen aus allen Unternehmensbereichen angehören. Der Zirkel trifft sich regelmässig zum Austausch über das betriebliche Gesundheitsmanagement. Er nimmt auch Anregungen und Wünsche von Mitarbeitenden entgegen, prüft deren Eignung und Umsetzungsmöglichkeiten im Rahmen der Gesundheitsförderung. Der Gesundheitszirkel hat für die Information aller Mitarbeitenden eine eigene Homepage und viele weitere Möglichkeiten, die Mitarbeitenden anzusprechen und zu motivieren, sagt Sandra Konzett: « Die InfoPalette reicht von Plakaten über gezielte Mailversände bis zu Bildschirmschonern an den Arbeitsplätzen, welche wichtige Gesundheitsregeln vermitteln. Zudem kann der Gesundheitszirkel wichtige Informationen über die Arbeitsteams im gesamten Unternehmen einfliessen lassen. » Für Mitarbeitende, die keinen PC am Arbeitsplatz haben, gibt es im ganzen Betrieb PC-gestützte Infostände. 

Einmal jährlich, immer im Dezember, erhalten alle Mitarbeitenden mit der Lohnabrechnung das aktuellste Jahresprogramm von « Active People Care ». Dieses Programm enthält jedes Jahr über ein Dutzend Veranstaltungen – vom Vortrag über Aktionen bis zu thematisch ausgewogenen Events.

Zur Hälfte der Termine sind auch die Partner oder Partnerinnen der Mitarbeitenden eingeladen. Fachleute informieren mit interessanten Vorträgen über aktuelle Gesundheitsthemen wie Hautvorsorge, Herz-Kreislauf- und Schlaganfallvorsorge, über den Umgang mit Stress oder die Möglichkeiten der gezielten Gesundheitsvorsorge bei Schichtarbeit. Auf dem Jahresprogramm stehen zudem sportliche Events, beispielsweise ein professionelles BikeTraining oder Bergwandern.

Arbeitstherapeut und Betriebsärztin

Grosses Gewicht wird bei ThyssenKrupp Presta AG auch auf die Ergonomie am Arbeitsplatz gelegt. Der unternehmensinterne Arbeitstherapeut berät Vorgesetzte und Mitarbeitende, vermittelt ihnen das notwendige Wissen und betreibt auch adäquate Ausbildung. Das Unternehmen investiert zudem viel in entsprechende Einrichtungen der Arbeitsumgebung.

Ergänzt wird die gute Arbeitsergonomie mit medizinischen Angeboten durch die Betriebsärztin, die auch bei psychologischen Fragen Ansprechperson ist.

Erfolg der Gesundheitsförderung ist messbar

Der Nutzen der betrieblichen Gesundheitsförderung ist im Grossunternehmen insbesondere an der tiefen Absenzenquote messbar, die aktuell unter vier Prozent liegt. Das ist im Industriebereich ein sehr guter Wert. «Wichtige Instrumente über Vorsorge und Prävention hinaus sind ein umfassendes Absenzenmanagement, das CaseManagement sowie die Begleitung von Mitarbeitenden bei längerer krankheits- oder unfallbedingter Abwesenheit. Ergänzt werden diese durch intensive Gespräche bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz», sagt Sandra Konzett. Regelmässige Mitarbeiterumfragen zeigen, dass das Unternehmen bei der Gesundheitsförderung gut unterwegs ist. Sandra Konzett: «Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigt laufend an.» Sie bringt es mit dem Schlusssatz im Gespräch auf den Punkt: « Gesunde Mitarbeitende sind ein wichtiges Kapital eines Unternehmens. »

Kernaussage zu BGM:

« Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz sind für uns von herausragen­ der Bedeutung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Sie sind daher neben der Qualität unserer Erzeugnisse und dem wirtschaftlichen Erfolg ein gleich­ rangiges Unternehmensziel.»