Praxisbeispiel: Stihl Kettenwerk GmbH & Co. KG

STIHL Care – Mitarbeiterpflege

Seit 1974 werden in Wil SG die Ketten für die STIHL Kettensägen aus Waiblingen, Deutschland, hergestellt. 60 Sägekettentypen für alle denkbaren Einsätze und Leistungsklassen verlassen das historische Städtchen im Fürstenland, um in 160 Ländern weltweit verkauft zu werden. Der Betrieb ist in den 30 Jahren, von Erfolg geprägt, von 100 auf 720 Mitarbeitende gewachsen. Im Oktober 2008 konnte in der Nachbargemeinde Bronschhofen ein weiterer Produktionsbetrieb eröffnet werden, welcher ebenfalls bis zu 200 Personen beschäftigen wird.

Portrait

Die Herstellung der Ketten erfordert höchste Präzisions- und Qualitätsarbeit. Nur so ist die Schweiz als Hochlohnland auf dem Markt noch konkurrenzfähig. Bezüglich Lohn-, Neben- und Sozialkosten kann die Schweiz ebenfalls mithalten, sofern die Arbeitszeiten und Feiertage auf dem derzeitigen Niveau und die Absenzenquote der Mitarbeitenden niedrig ist. Um diese Vorteile aufrecht zu erhalten, unternimmt die Firma STIHL & Co. zahlreiche Anstrengungen: Sie betreibt u. a. ein Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Ihr Ziel ist es, jegliche Unfälle zu vermeiden sowie durch Prävention und Unterstützung Krankheiten zu verhüten. Der Mitarbeitende steht mit seinem Einsatz an erster Stelle für den Erfolg des Betriebes. Das Konzept STIHL Care soll das Wohl der Mitarbei-tenden erhalten und fördern.

STIHL Care bietet den Mitarbeitenden Hilfe, Betreuung und Unterstützung bei jeglichen Problemen an. Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass nur gesunde motivierte Mitarbeiter beste Arbeitsleistung erbringen können. Wer sich in einem Betrieb als Mensch und Persönlichkeit wohlfühlt, kann sich auch entsprechend einsetzen.

1. Hilfe, Beratung, Betreuung:

Die Mitarbeitenden können bei der dafür geschaffenen Stelle Beratung und Hilfe jeglicher Art in Anspruch nehmen. Sie dürfen dieses Angebot während der Arbeitszeit oder an den wöchentlichen Sprechstunden benutzen. Dort wird zusammen mit den Betroffenen nach einer Lösung gesucht (Triage).

2. Absenzenmanagement:

Personen, die längere Zeit krank sind oder häufige Kurzabsenzen haben, wird ebenfalls Hilfe angeboten. Wiedereinstiegsprogramme und Schonarbeiten werden individuell in Betracht gezogen und ausprobiert. Das Absenzenmanagement wird zudem extern von einer Fachperson unterstützt.

3. Prävention:

Zur Erhaltung der Gesundheit setzt sich die Firma immer wieder Schwerpunkte und bietet Weiterbildungen, Kurse und Workshops an.

4.Verhütung von Unfällen:

Dazu wird alles nur Mögliche unternommen. Ein Vorschlagswesen prämiert und honoriert die Vorschläge und Ideen der Mitarbeitenden.

STIHL Care wird seit November 2005 umgesetzt. Das Beratungsangebot wird rege wahrgenommen und genutzt. Die Ratsuchenden kommen nicht nur mit Problemen betrieblicher Art. Sie möchten Hilfe in Fragen Ehe, Finanzen, Kindererziehung bis zu Suchtverhalten. Besondere Beachtung gilt auch den über 40 Auszubildenden.

Einige umgesetzte Beispiele:

Seit März 2006 arbeiten die MA in einem rauchfreien Betrieb. Ausstiegskurse wurden gratis angeboten und organisiert. Täglich werden Äpfel bereit gestellt. Das Mittagessen in der nahe gelegenen Mensa der Kantonsschule wird subventioniert. In der Pause während der Nachtschicht kann eine frisch zubereitete warme Suppe mit Brot kostenfrei konsumiert werden. Die Betriebssanität erhält laufend Weiter- und Ausbildung. Alle Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, an verschiedenen Kursen und Workshops teilzunehmen. Permanent werden zudem Arbeitserleichterungen geprüft und umgesetzt.

Kernaussage zu BGM: