Praxisbeispiel: Rico Sicherheitstechnik AG

Breit aufgestellte Gesundheitsförderung

Die Rico Sicherheitstechnik AG ist ein Familienunternehmen, das Komponenten für den industriellen Explosionsschutz und gasdichte Luftabsperrklappen für Hochsicherheits­ anwendungen entwickelt und herstellt. Rico exportiert 90 Prozent seiner Produkte in die ganze Welt und ist Marktführer im Bereich der Explosionsentkoppelung. Das Unternehmen be ndet sich an der St.Gallerstrasse in Herisau.

Portrait

Als global tätiges Unternehmen mit knapp 50 Mitarbeitenden liegt es auf der Hand, dass das Unternehmen nicht überall mit eigenen Leuten vor Ort sein kann. Auf dem Markt für Explosionsschutz verfügt die Rico AG über ein weltweites Netz von Systemanbietern, die sich auf optimale betriebliche Schutzkonzepte spezialisiert haben. Die 100 Prozent gasdichten Luftabsperrklappen vertreibt die Herisauer Firma mit Unterstützung von Vertretungen und Handelspartnern in verschiedenen Ländern weltweit.

Die Systemkomponenten für den Explosionsschutz verhindern wirksam Schäden, die entstehen können, wenn ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben mit einer Zündquelle in Berührung kommt. Vergangenes Jahr konnte die Rico AG das 25-jährige Bestehen feiern, und dieses Jahr werden die Produktions- und Lagerflächen erweitert und die Geschäftsräumlichkeiten in Herisau umgebaut. Das Unternehmen braucht dank seines Erfolges mehr Platz.

Teilzeitarbeit und bezahlter Vater- schaftsurlaub

Rico Sicherheitstechnik AG hat ein umfassendes und breit abgestütztes betriebliches Gesundheitsmanagement, hinter dem Verwaltungsrat und Geschäftsleitung stehen. Wichtig sind dem Unternehmen Massnahmen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen. Dazu gehört, dass jeder Teilzeit arbeiten kann – jeweils abgestimmt je nach Lebensphase. So arbeitet auch der Inhaber, CEO und Mehrheitsbesitzer Daniel Zellweger 80 Prozent und hat am Freitag seinen Vatertag. Alle Mitarbeitenden können unbezahlten Urlaub nehmen, während dem der Arbeitsplatz erhalten bleibt, und wer will kann bei speziellen Aufgaben zuhause arbeiten oder Kinder in den Betrieb mitnehmen. Diese Angebote bestehen nicht nur auf dem Papier, sondern werden von den Mitarbeitenden genutzt – die Vorgesetzten gehen mit gutem Beispiel voran. Weitere wichtige Angebote sind der bezahlte Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen, die Unterstützung von Kinderkrippen für die Mitarbeitenden oder die Mitsprache der Mitarbeitenden bei den zurzeit laufenden Um- und Ausbauarbeiten im Geschäftsgebäude. Diese Mitsprache hat etwa zum Einbau einer besseren Lüftung im Büro und eines geeigneteren Bodenbelags in der Produktion gesorgt. Auch bei den betrieblichen Abläufen können die Mitarbeitenden ihre Erfahrungen und Wünsche einbringen.

Da wundert es kaum, dass die Rico AG 2012 die PlusPlusAR-Auszeichnung gewonnen hat, mit der familienfreundliche Unternehmen gewürdigt werden.

Pausenraum, Grillplatz, Rückzugsräume

Die Rico stellt den Mitarbeitenden einen Pausenraum mit den nötigen Geräten, wie Kaffeemaschine oder Mikrowelle zur Verfügung, und auf Mitarbeiterwunsch ist auch ein Grillpatz geschaffen worden, der rege benutzt wird. Er trägt zum guten Betriebsklima bei. «Bei den aktuellen Umbauarbeiten wird ein weiterer Wunsch der Belegschaft realisiert: Rückzugsräume», sagt Bea Costa, Verwaltungsrätin, Ehefrau des Geschäftsführers und Psychotherapeutin mit eigener Praxis und Lehrauftrag an der Uni St.Gallen zu psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz. Sie ist in der betrieblichen Gesundheitsförderung sehr engagiert, und vielleicht ist das Zusammenwirken der Psychotherapeutin und des Betriebswirtschafters Daniel Zellweger ein wichtiger Grund für das sehr fortschrittliche BGM.

Direkte Gesundheitsförderung bringt der jährliche Besuch einer Ergotherapeutin im Unternehmen, welche die Mitarbeitenden beobachtet, ungesunde Bewegungsabläufe mit den Betroffenen bespricht und Anregungen gibt für eine optimale Arbeitsplatzgestaltung.

Positive Bilanz

Es wäre noch vieles aufzuzählen, das die Gesundheitsförderung ergänzt. Man spürt, dass hier engagiert auf BGM gesetzt wird, ohne erst zu fragen, was es wirtschaftlich bringt. Die Verantwortlichen, CEO und VRP Daniel Zellweger, Verwaltungsrätin Bea Costa und Monika Krüsi, zuständig für die praktische Umsetzung, sind von BGM überzeugt, ohne dass sie konkrete Zahlen vorlegen. Monika Krüsi: «Wir haben eine geringe Absenzenquote. Man spürt, dass die Gesundheitsförderung geschätzt wird. Gut genutzt werden die sportlichen Angebote.» Bea Costa ergänzt: «Die Mitarbeitenden haben gelernt, dass sie Schwächen bei den Arbeitsplätzen und problematische Arbeitsabläufe melden und über Lösungen mitreden können.» Daniel Zellweger betont die Grundeinstellung hinter dem BGM in der Rico AG: «Wir sehen in den Mitarbeitenden den Menschen und nicht nur die Arbeitskraft. Ich habe Freude, wenn sich Mitarbeiter weiterentwickeln, und wir unterstützen Weiterbildungen auch stark.»

Kernaussage zu BGM:

«Entscheidend für den Erfolg des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ist das Interesse am Gegenüber und dessen Wohl. Bei uns ist die Gesundheitsförderung bei VR und Geschäftsleitung angesiedelt. Den Vorgesetzten kommt die Aufgabe als Vorbild zu. Wir behandeln die Mitarbeitenden mit Respekt und Wertschätzung.»