Praxisbeispiel: Karl Vögele / Vögele Shoes

Gesundheitsförderung als Führungsaufgabe

Die Karl Vögele AG ist ein Familienunternehmen, das in drei unterschiedlich ausgerichteten Vertriebskanälen Schuhe verkauft: Vögele Shoes, MAX Shoes und Bingo Shoe Discount. Insgesamt hat das Unternehmen 300 Verkaufsstandorte. Der Hauptsitz befindet sich an der Burgerfeldstrasse 15 in Uznach im Linthgebiet.

Portrait

Die Karl Vögele AG gehört zur Mode- und Schuhbranche, die zurzeit vor grossen Herausforderungen steht. Dazu gehören der zunehmende Online-Handel mit Schuhen, der starke Franken und die zunehmende Konkurrenz durch branchenfremde Unternehmen, die «nebenbei» auch noch Schuhe führen. Die Karl Vögele AG begegnet diesen Herausforderungen mit ihrer neuentwickelten «Strategie 2015». Dazu gehört der schrittweise Ausbau des eigenen Online-Angebots. Die Kombination von Ladengeschäften und Onlinehandel bringen dem Unternehmen und den Kunden Vorteile gegenüber den reinen Onlinehändlern, sagt Vögele-CEO Max Manuel Vögele im jüngsten Mitarbeiter-Magazin «Stiletto». Der Frankenstärke tritt Vögele neben guten Produkten und hervorragendem Service insbesondere mit möglichst geringen Preisdifferenzen zum Ausland entgegen, indem das Unternehmen harte Preisverhandlungen mit den Lieferanten führt und alle Vergünstigungen an die Kunden weitergibt. Der branchenfremden Konkurrenz will Vögele in erster Linie mit einer verstärkten Markenpflege Paroli bieten.

Gelebte Führung und Wertschätzung

Karl Vögele AG hat ein umfassendes und breit abgestütztes betriebliches Gesundheitsmanagement, hinter dem die Unternehmensleitung steht. Wichtig ist dem Unternehmen die Kultur einer «gelebten Führung», bei der die Führungskräfte nicht nur Vorbilder sind, sondern auch gleichzeitig die Wertschätzung den Mitarbeitenden vermitteln. Der Bereich «Rekrutierung und Entwicklung von Führungskräften» hat bei uns eine sehr hohe Priorität, sagt Max Bertschinger, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Finanzen und HR: «Die Führungscrew muss zusammenpassen und nicht nur fachlich, sondern auch menschlich top performen. Das ist insbesondere angesichts der dezentralen Struktur des Unternehmens mit rund 300 Standorten wichtig.»

Die zahlreichen Geschäftsorte stellen auch an das betriebliche Gesundheitsmanagement besondere Anforderungen. Trotzdem steht die Gesundheitsförderung nicht nur auf dem Papier, sondern wird aktiv im Alltag umgesetzt – von der Geschäftsleitung über die Kadermitarbeitenden bis zu den Lernenden. Ein Teil der Gesundheitsförderung läuft über den Bereich Ladenbau, weil die Verantwortlichen vor Ort sind und am besten entscheiden können, welche gesundheitsfördernden und ergonomischen Massnahmen zielführend sind. Insbesondere werden die Einhaltung der internem Sicherheitsrichtlinien und der gesetzlichen Vorgaben stets sichergestellt. Angesichts der dezentralen Struktur hat das Unternehmen verschiedene Kommunikationskanäle geschaffen, um die Gesundheitsförderung bis in alle Filialen zu ermöglichen. Dazu gehören regelmässige Informationen und Schulungen zum Thema Mitarbeiterführung und Gesundheit mit den Filialleitungen sowie Informationen direkt an die Mitarbeitenden über Plakate und interne Informationsmittel. Diese beinhalten Übungen zur Stärkung des Rückens und gegen die einseitige Belastung durch das stehende Arbeiten bis zu allgemeinen Gesundheitstipps und Ernährungsberatungen im aktuellen «Stiletto». Alle zwei Jahre macht das Unternehmen eine Umfrage unter allen Mitarbeitenden, die der Unternehmensführung ein aktuelles Bild der Mitarbeiter-Zufriedenheit vermittelt.

Wasserspender, Früchte und sportliche Aktivitäten in der Verwaltung und Logistik gehören ebenfalls zu den Angeboten der Gesundheitsförderung, sagt Anina Brun von der Personalabteilung. Sie ist auch für das Absenzenmanagement «CARE» zuständig.

Mehrstufiges Care-Programm

Das Interesse an den Mitarbeitenden kommt bei der Karl Vögele AG auch darin zum Ausdruck, dass mit den Mitarbeitenden nach jeder Absenz ein Rückkehrgespräch geführt wird. Ab drei Absenzen oder insgesamt 15 Absenztagen wird die Betreuung der betroffenen Mitarbeitenden ausgeweitet und die Begleitung enger gefasst. Ziel: Bei Bedarf soll rasch eine individuelle, gezielte Lösung vereinbart werden, sagt Anina Brun. In schwierigeren Situationen kann auch ein Care-Manager oder eine Care-Managerin vom Krankentaggeldversicherer Swica beigezogen werden. Das Unternehmen arbeitet in diesem Bereich sehr eng und erfolgreich mit der Swica zusammen, wie Max Bertschinger betont. Betroffene von Langzeitabsenzen werden in einer Sonderbetreuung begleitet.

Dieses mehrstufige Care-Programm hilft den betroffenen Mitarbeitenden und dem Unternehmen. Seit Einführung dieser gezielten Betreuung haben sich die Zahlen der Absenzen deutlich verringert. Sie beeinflussen sogar die Versicherungsprämien, die von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam getragen werden.

Übrigens erhält jeder Mitarbeitende bei einer Langzeitabsenz einen Blumenstrauss als Zeichen der Wertschätzung. Eine kleine Geste, die gut ankommt und den Genesungsprozess positiv beeinflusst, wie Anina Brun aus Rückmeldungen von Mitarbeitenden weiss.

Kernaussage zu BGM:

«Für die Karl Vögele AG ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ein wichtiges Thema. Die Karl Vögele AG will ihren Mitarbeiten- den ein Arbeitsumfeld zur Verfügung stellen, in dem sie sich wohl fühlen und ihre Leistung erbrin- gen können. Das Unternehmen hat ein grosses Interesse daran, dass die Mitarbeitenden gesund sind. Die Ge-sundheitsförderung ist ein ständiges Thema, das intern und unter Beizug von aussen- stehenden Fachleuten laufend weiterentwickelt und optimiert wird. Wir übernehmen für die Mit- arbeitenden und ihre Gesundheit Verantwortung, ohne ihnen aber die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und ihr persönliches Wohlbe nden abzunehmen.»