Praxisbeispiel: Grand Resort Bad Ragaz

Gesundheit im Fokus – von Kundschaft und Mitarbeitenden

Die Grand Resort Bad Ragaz AG ist der grösste Arbeitgeber im st.gallischen Sargan­ serland. Zum Unternehmen gehören in einer einmaligen Kombination Luxushotellerie, Gastronomie, Wellbeing mit eigenem Thermalwasser, Gesundheit, Business und Golf. Sie machen das Grand Resort unverwechselbar und einzigartig in ganz Europa. Tief in der wildromantischen Taminaschlucht hinter Bad Ragaz liegt der Schlüssel für den Erfolg des Grand Resort: die legendäre Quelle, die seit Jahrhunderten das körper­ warme Thermalwasser liefert.

Portrait

Das menschliche Wohlbefinden der Kunden steht im Zentrum aller Bemühungen des führenden Wellbeing und Medical Health Resorts. «Unsere Zukunft wird noch stärker auf die Sicherung des Wohlbe ndens fokussiert sein – auf die Prävention in ihrer ganzen Breite», sagt Daniel Grünenfelder, Direktor Human Resources Corporate des Gesamtunternehmens sowie Geschäftsführer Tamina Therme AG und Managing Director der unternehmenseigenen Academy of Hotel excellence.

Wer die Menschen gern hat spürt und sieht mehr

Als oberster Personalchef der Grand Resort Bad Ragaz AG mit ihren 750 Mitarbeitenden aus 44 Nationen und den unterschiedlichsten Herkunfts- und Berufskulturen sorgt Daniel Grünenfelder für einen gemeinsamen «Spirit» im Unternehmen, und er kümmert sich auch um die Gesundheitsförderung im Unternehmen. Dazu gehört in erster Linie gute Führungsarbeit. Daniel Grünenfelder: «Wenn gut geführt wird, dann sind die Mitarbeitenden gesund. Das gilt vom obersten Chef bis zum kleinen Vorgesetzten mit zwei Unterstellten.» Die Statistik zeige eine klare Korrelation zwischen der Führungsqualität in einem Bereich und der Zahl der Absenzen. Und noch etwas zeigt die umfassende Statistik der Grand Resort Bad Ragaz AG: Gesündere Mitarbeitende haben bessere Bewertungen sowohl von Vorgesetzten wie von Kundenseite, und selbstredend merken das auch die Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz.

Quintessenz aus den vielen Erfahrungen von Daniel Grünenfelder: Vorgesetzte müssten hinschauen und reden mit den Mitarbeitenden, wenn etwas nicht läuft, wie es sollte. «Vorgesetzte müssen merken, wie es dem Mitarbeitenden geht und entsprechend intervenieren, reden, nachfragen.» Auch hier gelte eine alte Weisheit: «Wer sich für den Menschen interessiert, wer die Menschen gern hat, sieht und spürt mehr als jedes noch so clever aufgebaute Tool aus dem HR-Bereich.»

Gesundheitsförderung in den Betrieb eingebettet

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist bei der Grand Resort Bad Ragaz AG in den Gesamtbetrieb eingebettet. Die Verantwortung dafür ist im Bereich Human Resources bei der Personalentwicklung und bei den Bereichspersonalleitenden verankert, wo zwei Personen zuständig sind. Daniel Grünenfelder: «Die betriebliche Gesundheitsförderung ist bei uns ein wichtiges Thema in den Jahresgesprächen mit den Mitarbeitenden, und alle Führungspersonen sind für diese Aufgabe geschult worden. Das Thema und ihre Aufgaben sind ihnen bekannt.» Das gilt auch für jeden einzelnen Mitarbeitenden. Jeder muss sich im Bereich Gesundheit ein Ziel setzen, dessen Erfüllung kontrolliert wird.

Für die Wichtigkeit der eigenen Gesundheit und jener der Betriebsangehörigen werden alle Mitarbeitenden zudem das Jahr über mit verschiednen Aktionen sensibilisiert. Dazu gehören etwa, dass Früchte à discrétion bereit stehen oder besondere Programme für eine gesunde Ernährung während der Arbeit. Ebenfalls der Sensibilisierung der Mitarbeitenden dient die Teilnahme am Bike-to-work-Programm des BGM.

«Wir p egen eine Kultur des Vertrauens. Dazu gehört auch, dass wir Krankmeldungen ernstnehmen und nicht kritisch prüfen», sagt Daniel Grünenfelder. Wenn es um längere Absenzen geht, bietet das Unternehmen den betroffenen Mitarbeitenden ein Case Management an. Dieses betreut und begleitet die Betroffenen während der gesamten Behandlungsdauer und sorgt für eine optimale Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten, Sozialdiensten und nachstationärer Betreuung sowie sozialen Hilfseinrichtungen.

Von Bedeutung ist für die Gesundheitsförderungen die Arbeitszeiteinteilung der Mitarbei- tenden. Daniel Grünenfelder: «Das ist bei uns eine besonders schwierige Aufgabe, weil bei uns gezwungenermassen viele Mitarbeitende unregelmässige Arbeitszeiten leisten müssen. Die Wünsche der Gäste stehen im Vordergrund. Aber wir versuchen die notwendigen Ruhezeiten der Mitarbeitenden möglichst gut zu regeln.» Klar ist für Daniel Grünenfelder auch, dass das Pensum eines Mitarbeitenden «machbar» sein muss. Er kann schon mal einem stark belasteten Mitarbeiter eine zusätzliche Aufgabe nicht überbinden, die dieser gerne übernommen hätte: «Man muss Überbelastungen vermeiden.»

Der Erfolg ist messbar

Die für ein so grosses Unternehmen wie die Grand Resort Bad Ragaz AG unverzichtbare Auswertung der Personalstatistiken weist einen klaren Erfolg der betrieblichen Gesundheitsförderung aus. Daniel Grünenfelder: «Die Absenzenquote ist erfreulicherweise am Sinken.»

Kernaussage zu BGM:

«Die Gesundheitsförderung gehört bei uns zu den wichtigen Aufgaben aller Führungsverantwortlichen.»