Praxisbeispiel: Abacus Research AG

Unterdurchschnittliche Ausfallzeiten durch Krankheit

Abacus ist ein inhabergeführtes Softwareunternehmen, das betriebswirtschaftliche Software entwickelt. Sie ist mit mehr als 97000 verkauften Softwaremodulen und über 41000 Kunden der grösste unabhängige und damit erfolgreichste Schweizer Anbieter von Business Software für kleine und mittlere Unternehmen. Der Hauptsitz von Abacus Research be ndet sich in Wittenbach-St. Gallen.

Portrait

Was 1985 mit einer selbstentwickelten Finanzbuchhaltungs- software in einer Studentenbude begonnen hat, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der wenigen Erfolgsstories in der Schweizer IT-Branche. Die damaligen HSG-Studenten Claudio Hintermann, Eliano Ramelli und Thomas Köberl grün- deten das Unternehmen 1985, kurz danach kam der gelernte Jurist Daniel Senn dazu. Dieses Führungsquartett prägt und leitet das Unternehmen bis heute. Die führende Marktstellung im Bereich der Standard-Businesslösungen für KMU hat die «Business Software-Studie 2011» der Fachhochschule Nord- westschweiz bestätigt. Abacus hat zudem 2004 als erstes Unternehmen den Unternehmerpreis Ostschweiz erhalten.

Professionell Software, individuell angepasst

Eine der wichtigsten Stärken des Unternehmens ist das  exi- ble, modulare Design seiner Software, die integrierte Gesamtlösungen für jeden Kunden ermöglicht. Zugleich ist sie offen für individuelle Anpassung an neuen Technologien und veränderte Geschäftsabläufe bei den Kunden. Der Leitsatz von Abacus tönt selbstbewusst, basiert aber auf dem bald dreissigjährigen Erfolg: «Was wir entwickeln, bringt Sie weiter.» Um dieses Versprechen einzulösen, gehen Abacus-Entwickler und Berater immer wieder neue Wege, setzen ihre Intuition und praxisorientiertes Denken ein. Langjährige Erfahrung und die konsequente Orientierung an neuen Technologi- en und an den Bedürfnissen der Anwender sind die weitere Basis, um leistungsfähige Software- produkte und Lösungen zu konzipieren und bis zur Praxisreife zu entwickeln. Weil der Erfolg von den fachlichen Fähigkeiten, ihrem Engagement und ihrer Einstellung zur Arbeit abhängt, sind die Mitarbeitenden das wichtigste Kapital. Im unternehmenseigenen Portrait steht: «Unsere Mitarbeiter, die vielfach bereits seit über 20 Jahren für Abacus tätig sind, bilden das Rückgrat des Unternehmens. Ihre Fähigkeiten und ihr Talent in einer motivie- renden Atmosphäre sinnvoll zu nutzen ist das Ziel unserer Unternehmenskultur. Denn nur wer Freude an seiner Arbeit hat, kann sein Bestes geben.» Abacus bietet nach eigenen Aussagen seinen Mitarbeitern «einen gesicherten Arbeits- platz und ein optimales Arbeitsumfeld, in dem sich alle entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können.»

Das Team muss stimmen

Abacus ist für das Forum BGM ein vorbildlicher Arbeitgeber, auch wenn das betriebliche Ge- sundheitsmanagement nicht in Leitbild-Sätze gegossen ist. Der seit 25 Jahren im Unterneh- men tätige Personalleiter Guido Frei sagt: «Wir haben kein Leitbild, sondern suchen die richtigen Leute, die zu uns und unserem Arbeitsstil pas- sen.» Das Geheimnis von Abacus: Neue Mitar- beiter werden in die Teams integriert, fast wie in eine Familie. Bei Einstellungen entscheidet denn auch nicht der Personalleiter allein, son- dern zusammen mit den jeweiligen Teamleitern. Sie haben auch das letzte Wort, weil sie mit den neuen Mitarbeitern zusammenarbeiten werden. Das ist auch der Grund, dass alle Bewerber bei Abacus einen halben Tag im vorgesehenen Team «schnuppern» müssen. Da ist rasch festzustel- len, ob die Chemie stimmt.

Vom CEO bis zum Stift sind alle per du

Frei: «Als Firma fördern wir die Teams auf vielfälti- ge Art.» Als Beispiel nennt er Teamreisen, welche die Firma berappt, aber die Teams selber organi- sieren. «Wir haben im Betrieb etwas ganz Spezi- elles: bei uns sind alle vom CEO bis zum Lehrling per du», sagt Personalleiter Frei. Das beein usse die Arbeitsatmosphäre positiv. Eine Ausnahme dürfte auch sein, dass im Personalraum nicht nur Kaffee und Gipfeli gratis sind, sondern auch zwei Töggelikästen stehen, an denen sich die Mit- arbeitenden in den Pausen vergnügen können. Das Tschutten ist eine von vielen Möglichkeiten, die Mitarbeitende teamübergreifend zusammen- bringt.

Messbarer Erfolg

Die Gesundheitsförderung ist zwar nicht so stark strukturiert, dafür ist deren Erfolg gut zu messen: «Wir haben im Durchschnitt 1,09 Aus- falltage durch Krankheit pro Mitarbeiter. Das ist sehr tief – auch im Quervergleich der Branche», sagt Guido Frei nicht ohne Stolz. Und fügt hin- zu: «Langzeitkranke haben wir eigentlich keine.» Wenn aber jemand länger ausfällt, dann wird der Mitarbeitende betreut und begleitet. Das sei kürzlich so gewesen, als jemand von einer psy- chischen Krankheit betroffen war.

Ganz nebenbei erwähnt der Personalleiter, dass Abacus einen Fitnessraum für das Personal sowie verschiedene Läufergruppen hat und die Gesund- heitsaktion «Bike to work» unterstützt. Und nur beiläu g sagt Frei: «Bei uns ist für die Mitarbei- tenden alles gratis, von den Parkplätzen über die Getränken und Zwischenverp egungen bis zum Mittagessen in der betriebseigenen Pizzeria.»

Kernaussage zu BGM:

«Unsere Mitarbeiter, die vielfach bereits seit über 20 Jahren für Abacus tätig sind, bilden das Rückgrat des Unternehmens. Ihre Fähigkeiten und ihr Talent in einer motivierenden Atmosphäre sinnvoll zu nutzen ist das Ziel unserer Unternehmenskultur. Denn nur wer Freude an seiner Arbeit hat, kann sein Bestes geben.»